Freitag, 23. Juli 2021

Nur privater Solarstrom?

Baden-Württenberg, das Technologie- und Industrieland,will bis 2040, also fünf Jahre vor dem Bund, klimaneutral sein. Die dortige Grün-Schwarze Landesregierung strebt damit national und international eine Vorbildrolle bei der Klimapolitik an.
Ab 1. Januar 2023 müssen Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage aufs Dach bauen lassen, wenn sie den Dachstuhl sanieren. Für den Ausbau der Windkraft sollen 2% der Landesfläche reserviert werden. Dafür sollen Wissenschaft und Unternehmen technische Lösungen entwickeln die die Klimaschutzbemühungen auf nationaler Ebene voranbringen und exportierbar sind.
Wir finden das grundsätzlich gut. Gleichzeitig malt uns dieses Vorhaben eine Menge Fragezeichen auf die Stirn. Warum müssen eigentlich nur private Hausbesitzer ihre Dächer mit Photovoltaik ausrüsten? Gerade im Hochtechnologieland BW gibt es riesige Produktionshallen auf denen man problemlos entsprechend riesige Solarstromanlagen installieren könnte. Warum müssen Unternehmen und Wissenschaft im Ländle dafür erst mal technologische Lösungen entwickeln? Hat die Landesregierung die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien verschlafen?
Noch verräterischer ist aber der Abschnitt des Gesetzes, der festlegt, dass das Bundesland bis zum Jahr 2040 „in der Bilanz treibhausneutral zu sein habe“. Das ist eine Mogelpackung, denn die Senkung der CO2-Emissionen kann mit Ausgleichsmaßnahmen verrechnet werden.
DEMOKRATIE IN BEWEGUNG findet: es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Leider werden dabei die Unternehmen ausgespart und das hohe Ziel der CO2 Reduzierung bis 2040 nur mit Hilfe von gekauften Zertifikaten erreicht. 

Gummistiefelpeinlichkeiten

 Die Unwetterkatastrophe mit Überflutungen, zerstörten Häusern und Toten hat ein unglaubliches Ausmaß angenommen.
Doch da kommt zu allem Überfluss auch noch der ewige "Gummistiefel mit Anzug" Auftritt einiger Wahlkämpfer dazu. Und ja, nicht gendern ist hier Absicht, denn es sind die Herren. Es ist ok sich vor Ort ein Bild zu machen, es ist auch ein feiner Zug, wenn Politiker*innen den betroffenen Menschen echte Anteilnahme aussprechen und dafür sorgen, das schnell und unbürokratisch geholfen wird.
Aber solche Katastrophen für den Wahlkampf auszuschlachten geht einfach gar nicht. Am Freitag Abend machte Olaf Scholz den Anfang. Nach seinem Besuch in Rheinland-Pfalz zurück in seinem Urlaubsort beantwortete er zunächst sichtlich um Anteilnahme bemüht die Fragen des Reporters. Doch bei der Frage nach der eigenen bzw. der SPD Verantwortung ging es dann schief. 2 Minuten lang plapperte er Platitüden aus dem Wahlprogramm herunter statt die Frage nach der politischen Verantwortung für die Versäumnisse beim Klimaschutz der letzten Jahre zu beantworten.
Bis dahin blieb die Hoffnung, das es wenigstens beim üblichen Gummistiefel-Anzugstourismus bleiben würde. Aber dann kam Armin Laschet. Dem war wohl die Rede von Bundespräsident Steinmeier zu langweilig, die laufenden Kameras ignorierte die rheinische Frohnatur dann auch. Das beinahe schenkelklopfende eher dem Karneval angemessene Gelächter war eines Kanzelkandidaten schlicht unwürdig und verhöhnte die Opfer der Unwetterkatastrophe. Die folgende dürre Entschuldigung machte diesen peinlichen Auftritt nur noch schlimmer.
DEMORATIE IN BEWEGUNG empfiehlt: bleibt doch lieber mit eurem Tross aus Referent*innen und Sicherheitskräften daheim im Ministerium und bereitet echt schnelle und unbürokratische Hilfe vor. Das brauchen die Menschen vor Ort. Alternativ würden Gummistiefel in Kombination mit Schaufel und harter Arbeit auch helfen.

Sonntag, 10. Mai 2020

R U F M I C H A N !!! – Schule und Corona Teil 2

Pro Woche eine Mail mit Aufgaben an die Schüler*innen schicken. Danach abtauchen und warten bis „die da oben“ neue Signale senden. Ganz ehrlich, liebe Lehrer*innen, nach sechs Wochen geschlossener Schulen darf’s gerne deutlich mehr sein.
„Schön, dass du deine Aufgaben geschickt hast“, schreibt der Englisch-Lehrer per Mail. „Dafür bekommst du von mir die Lösungen. Vergleiche die bitte selbst.“
„Ein erstaunlich hohes Niveau“, schreibt die Mathe-Lehrerin, „es bringt aber nichts voneinander abzuschreiben. Die Lösungen findet ihr im Anhang.“ Dass sie selbst korrigieren sollte, kein Gedanke dran.
Das Chemie Projekt, an dem die Schülerin zwei Wochen hart gearbeitet hat, wird so entgegen genommen: „Das könntest du besser machen. Mit umweltfreundlichen Grüßen, Herr Z.“
Immerhin, die Deutschlehrerin meldet sich per Telefon: “ Bis zum 4. Mai wird es wohl keinen Unterricht in der Schule geben. Ich mach dann mal so weiter…“
So weiter machen? NEIN, bitte nicht!
Für die große Mehrheit der Schüler+innen gibt es keinen Schulunterricht. Der Start ins „Homeschooling“ war holprig, aber das ist noch ok. Ich stelle mir jetzt die Frage, wo wohl die Konzepte für die nächste Folge Homeschooling bleiben, damit die Kinder und Jugendlichen nicht mehr über fünf oder sechs unterschiedliche Kanäle daheim unterrichtet werden müssen. Gibt es Pläne, mit denen nach Wochen des „Dahin-Wurstelns“ die Schüler*innen wieder eine Struktur bekommen, die ihnen neue Motivation gibt, sie raus holt aus der aufkommenden Langeweile?
Sieht in zu vielen Fällen nicht danach aus.
Schulen brauchen eine Strategie
Viele „Homeschool-Lehrer+innen bleiben deutlich hinter den schon niedrigen Erwartungen der Eltern zurück. Klar gibt es Lehrer*innen, die ihre Schüler*innen jeden Morgen über Zoom auf den neuen Tag einstimmen. Blöd ist, dass zu viele sich schon seit Wochen tot stellen, mal ganz kurz auftauchen, Aufgaben verteilen und anschließend wieder tagelang unerreichbar sind. Ich erlebe Schüler*innen, die jeden Tag bei der Lehrkraft nach den neuen Aufgaben fragen. Aber Lehrer*innen die nicht mal einen funktionierenden E-Mail-Verteiler besitzen. Viele Lehrer*innen verstehen auch nicht, dass es in sehr vielen Familien gar keinen Drucker gibt.
Kurz und knapp: wenn es so weiter läuft, steuern wir auf eine pädagogische und bildungspolitische Katastrophe zu.
Das Thema „Lernen mit Corona“ wird mich weiter beschäftigen. In den letzten paar Tagen erklärten die Nachbarskinder, dass es doch schön wäre, wieder mehr zusammen mit den Schulfreund*innen zu lernen. Wir überlegen, ob man das nicht mit zwei Meter Abstand im Garten organisieren kann.
Darauf freut Ihr Euch hoffentlich genauso wie ich.
Bleibt gesund und schaut nach vorne!

Schule und Corona

Die Reise nach Berlin zu Sohn und Enkelin war lange geplant. Dann der erste überraschende Anruf. „Du darfst nicht kommen“. Drei Fragezeichen auf der Stirn, zumindest gefühlt. „Ich bin positiv getestet und hab Corona“. Also 14 Tage Quarantäne. Das Kind? Nix, keine Quarantäne. Nun ja, sie ist 14 und kann sehr erwachsen sein.

Zwei Tage später der nächste Anruf, diesmal die Enkelin. Ab Montag ist keine Schule mehr. Wir müssen noch mal kurz hin, bekommen für zwei Wochen Aufgaben. Sie nennen das „Homeschooling“, sagt sie.
So blieb plötzlich der wöchentliche Anruf aus, in dem sich die Enkeltochter über die Besonderheiten im Allgemeinen und die Merkwürdigkeiten im Besonderen in der Schule, bei Lehrer*innen und Mitschüler*innen gerne mal ausgetauscht hat.

„Corona hat der Schule den Garaus gemacht“, war ihr knapper Kommentar. Montags kam sie mit Bergen von Kopien nach Hause. Alles Aufgaben, die bis zu den Osterferien gelernt und gelöst sein wollen. Für die meisten Fächer alles in Papier. Nachfragen bei den Lehrer*innen? Pustekuchen, die mit den Kopien tauchten erst mal ab. Immerhin, die Matheaufgaben und der zugehörige Lernstoff, das gab es alles online. Ausgerechnet die Lehrerin, die alle nicht besonders mögen, macht einen beinahe coolen digitalen Unterricht. Das war natürlich nicht nur in Berlin so. Bei den Kindern meiner Nachbarin sah das ähnlich aus. Die Unterschiede der Schulsysteme und -ausstattungen taten sich auf wie schwarze Löcher. Von abgetauchten Pädagog*innen bis zu denen, die sich als digitale Superlehrer*innen outeten war alles dabei. Mir gefielen die morgendlichen Unterrichtsstunden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Fragt sich nur, warum es die nicht schon immer gab. Irgendjemand war immerhin so schlau und hatte jede Menge Stoff auf Halde produziert.
Ich schaute herum, beobachtete, wie die ersten 2-3 Wochen so liefen. Nebenan, bei Freund*innen in anderen Bundesländern, beim Enkelkind in Berlin.
Eltern, Großeltern (per Telefon) und Patentanten, eigentlich ein ganzes Volk, mutierte zu Hauslehrer*innen. Mindestens im Zweit- oder Drittberuf. Der (angeblich) zivilisatorische Fortschritt der Arbeitsteilung als Motor der Effizienz wurde mal eben von der Corona-Arbeitskleingruppe in heimischen Gefilden zurückgedreht. Es ist nur zwei Monate her, da wäre das heimische Beschulen durch die Familie juristisch als krimineller Akt verfolgt worden. Nun ist es Solidarität im Rahmen einer neuen „Wir bleiben zu Hause“ Kultur. „Wir schaffen den vom Lehrer vorgegebenen Stoff für einen Vormittag jetzt in einer Stunde“, berichtet ein Freund euphorisch am Telefon. Er wechselt sich mit seiner Frau ab, um die beiden Grundschulkinder zu unterrichten. Zu Hause muss man nicht warten, bis alle Schüler*innen aufnahmebereit sind, erklärt er noch.

Wir sind also in einem Großversuch angekommen. Bundesweit einheitlich, das allein ist schon ein absolutes Novum für das deutsche Schulsystem. Das gab es noch nie und das wird es wahrscheinlich nach Corona auch nie wieder geben.
Überraschend für alle ist, dass mit digitaler Unterstützung durch Nachhilfeplattformen, Lehrmaterialien und Tutorials das lernen zu Hause viel besser funktioniert als vorher in der analogen Welt. Zwei wichtige Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten. Es ist sehr wichtig, alle Schulen komplett zu digitalisieren und dabei auch allen Schüler*innen die Teilhabe zu ermöglichen. Und es wäre an der Zeit, mal gründlich über den deutschen Schulzwang nachzudenken.

Einer von mehreren deutschen Bildungssonderwegen ist das staatliche Bildungsmonopol. Nur vom Staat ausgebildete Lehrer*innen dürfen an staatlichen (oder vom Staat genehmigten) Schulen den Kindern Mathematik & Co. beibringen. In den meisten anderen Staaten der Welt ist das nicht so rigoros geregelt. In einigen Ländern ist es sogar Verfassungsrecht, die eigenen Kinder selbst zu unterrichten. Kanada zahlt Eltern 1.000 Dollar dafür, um Chancengleichheit mit den staatlichen Schulen herzustellen.
Kleiner Ausflug in Sonderwege bei der Bildung. Homeoffice und Schule daheim sorgen auch für andere Ideen bei den Erwachsenen, merke ich gerade.

Staatlich verordnete Schulpflicht hat auch gute Gründe, theoretisch jedenfalls. Es geht um Chancengleichheit und Gerechtigkeit in der Bildung. Auch in der Corona Krise müssen wir uns Sorgen darum machen, dass die Schere zwischen Bildungsbürgerkindern und Kindern aus bildungsfernen Schichten nicht noch weiter auseindergeht.
Die Kinder aus der Nachbarschaft erzählten, dass eine Lehrerin ihnen geraten hat, dass „die Mama nicht zu viel helfen soll“. Auf die Frage, warum sie das nicht solle, hieß es, „sie habe halt studiert und wisse viel mehr als Eltern, die nicht studiert haben“. Die Lehrerin müsste sonst die anderen Kinder zu viel „nachschulen“.

Dahinter stehen einige im Kern positiv gedachte Grundsätze. Alle Schüler*innen sollen gleich behandelt werden, gleiche Chancen haben. In der Klasse, abseits der Familie, sollen Kinder soziales Lernen üben.
Dabei fällt mir auf, dass die Qualtität der schulischen Bildung kein Argument für das staatliche Bildungsmonopol ist. Wenn die Schulpflicht wirklich positive Auswirkungen auf den Lernerfolg hätte, müsste Deutschland bei den Pisa-Tests immer ganz weit vorne sein. Sind wir aber nicht. Stattdessen finden wir da Finnland und dort ist Homeschooling legal. Dort ist die Pflicht zur Bildung vorgeschrieben, die aber nicht durch staatlichen Unterricht sondern durch staatliche Prüfungen nachzuweisen ist.
Ich bemerke gerade, dass ich dabei bin, mich in ein Plädoyer für Homeschooling rein zu schreiben, als mich das Klingeln des Telefons rettet. Erfahrungsbericht eines im Homeschooling engagierten Vaters, der „nebenbei“ auch noch seinen 10 Stundenarbeitstag im selbstständigen Homeoffice erledigen muss:

Heute war es furchtbar. Keine Lust auf lernen, keine Lust auf gar nix hat das Kind. Mathe ist sowieso nicht das Lieblingsfach, bei den Matheaufgaben wurde das Kind rebellisch. Drakonische Strafandrohungen (keine Lasagne zum Mittagessen und kein Fernsehen für den Rest des Tages) statt pädagogischem Fingerspitzengefühl brachen sich Bahn. Der Lernerfolg blieb bei Null, dafür gab es Tränenausbrüche beim Kind und ein schlechtes Gewissen beim Papa. Dann lieber einen Schwenk zum Lesen machen. Das ging deutlich besser als rechnen. Und Papa macht sich versöhnlich gestimmt auf in die Küche, Lasagne zubereiten als Versöhnungsangebot. Fernsehen bleibt aber trotzdem gestrichen, da spielen wir lieber zusammen „Mensch ärgere dich nicht“.

Gerade noch die Kurve gekriegt, denke ich mir. Schule zu Hause muss ja auch nicht heißen, dass die Eltern selber zu nervlich gestressten „Pauker*innen“ werden.
Das Thema „Lernen mit Corona“ wird mich länger beschäftigen. Nach ein paar Tagen erklärt mir das Enkelkind, dass zu Hause lernen doch ganz schön ist, aber die Freundinnen arg fehlen. Wir verabreden dazu ein längeres Telefonat.
Darauf freut Ihr Euch hoffentlich genauso wie ich.
Bleibt gesund und schaut nach vorne!

Mittwoch, 27. März 2019

Chancenlose Schüler*innen

In anderen Ländern funktioniert ein gemeinsamer Unterricht behinderter (und langsam lernender) und nicht behinderter und normal lernender Kinder. In Deutschland heißt es bei der Frage nach inklusivem Unterricht "Fehlanzeige!"

Warum geht es da nicht voran? Der politische Wille fehlt um die dafür erforderlichen Ressourcen bereitzustellen. Es fehlt die Bereitschaft, sich auch mal über die Widerstände der Lehrerschaft hiwegzusetzen. Es fehlt der Mut, die Eltern nicht betroffener Kinder, die eine Verschlechterung der Schulsituation für ihre Kinder befürchten, einzubeziehen.

Dann gibt es noch die Förderschullehrer*innen. Die haben keinerlei Interesse daran, dass das Förderschulsystem nicht erhalten bleibt. Denn für sie sind Förderschulen ebenfalls Schutzräume. Sie haben eine eigene Schule, kleine Klassen, viele Ressourcen und eine bessere Bezahlung – A13. Aus dieser sehr persönlichen Betrachtung heraus kann man verstehen, das diese "schönen Stellen" nicht wegfallen sollen.

Für die Regelschulen ist dieses Förderschulsystem auch vorteilhaft weil einfacher. Damit können sie schwierige oder lernschwächere Kinder an eine andere Schule abgeben.
Lernschwache Kinder stellen die hier die weitaus größte Gruppe dar. Früher hat man sie als „Lernbehinderte“bezeichnet, heute spricht man von „Lernbeeinträchtigung“. Mit einer Behinderung hat das alles jedoch nichts zu tun.
Es sind Kinder, die in ihrer Kindheit keine oder nur geringe Bildungserfahrung erleben, die aus bildungsfernen Elternhäusern stammen und / oder einen Migrationshintergrund aufweisen. Oft haben diese Kinder auch Verhaltensauffälligkeiten. Es geht also schlicht gesagt um schwierige Kinder, die eine besondere und intensive Betreuung und Förderung brauchen.

In beinahe allen anderen Staaten der Erde ist es selbstverständlich gehalten, dass diese Kinder gemeinsam in der allgemeinen Schule beschult werden.
Bei Bedarf erfolgt die Beschulung zeitweise unter Herausnahme aus ihrer Klasse oder durch andere geeignete Maßnahmen. Dies entspricht auch der Forderung der UN Behindertenrechtskonvention, die Deutschland unterzeichnet hat.

Trotzdem ist es in Deutschland alles anders: allgemeine Schulen sind nur verpflichtet, einem Leistungsversagen von Schülern*innen mit Hilfe von individuellen Fördermaßnahmen vorzubeugen.

Bleiben solche Maßnahmen ohne Erfolg (und das ist bei schwierigen Schülern unter diesen Bedingungen häufig der Fall), greift das System des „sonderpädagogischen Förderbedarfs“ ein.
Der Ablauf ist folgendermaßen: meist wird ohne Antrag der Eltern und auch schion mal gegen deren Willen ein sonderpädagogischer Förderbedarf nebst Förderschwerpunkt festgestellt.
Bei sogenannten lernschwachen Kindern ist das praktsich so gut wie immer der Förderschwerpunkt Lernen. Wobei niemand so recht weiß, was genau "lernschwache Kinder" sein sollen.

Diese Kinder werden nach einem eigenen Bildungsgang mit stark abgeschwächten Anforderungen unterrichtet. Dabei gibt es keine Versetzungen, Noten in der Regel auch nicht.
Aus dem Grund bekommen die Kinder am Ende der Schulzeit ein "besonderes" Zeugnis. Es entspricht keinem der sonst üblichen Schulzeugnisse in Deutschland und ist nicht einmal ein Hauptschulab-schluss. Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben diese Kindr praktisch gar keine!

Wenn sogenannte Lernhilfekinder dann auch noch in Förderschulen, und damit nicht inklusiv, beschult, gibt es für sie praktisch keinerlei Aussicht wieder in eine Regelschule zu kommen und einen normalen Schulabschluss zu machen.

Im Bundesland Hessen gibt es z.B. keinen bedingungslosen Anspruch auf inklusive Beschulung: jedes Kind kann gegen seinen Willen und den Willen seiner Eltern auf eine Förderschule überwiesen werden. Letztlich entscheidet das staatlichen Schulamt. Wer versucht, bei den Schulämtern zu erfragen, welche pädagogischen Erfolge Förde schulen aufzuweisen haben, erhält keine Auskunft. Denn es gibt keine.

Förderschullehrer*innen können auch nicht fudiert beantworten, weshalb Förderschulen Kinder mit Lernhilfebedarf nicht so weit fördern, dass sie wieder in eine Regelschule gehen können. Da bekommt man gesagt, dass das unrealistisch sei.
Warum aber ist das so? Was machen die Förderschulen dann den ganzen Tag mit unseren Kindern? Was genau ist dabei ihre Aufgabe? Kann es sein, das dort die Kinder, die man an den Regelschulen nicht haben möchte, bis zum Ende ihrer Schulzeit einfach nur verwahrt werden? Das ist zynisch und erbärmlich.

Dienstag, 10. April 2018

Kontroverse ums Kopftuch

Die immer wieder aufkommende Diskussion um religöse Symbole, glaubensgeprägtes Verhalten und die Glaubensausübung an sich zeigen, das dabei offensichtlich niemand gewillt ist, unser Grundgesetz zu beachten:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art. 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Grundrechtsberechtigt ist prinzipiell jedermann (Deutsche und Ausländer). 


Wenn wir über ein Kopftuchverbot diskutieren wollen, dann müssen wir grundsätzlich über ein Verbot des "Zur-Schau Tragens" aller religösen Symbole diskutieren. Kein christliches Kreuz mehr, kein Kopftuch, keine Kippa, kein was auch immer. Jeder kann und (!) darf in diesem Land seine Religion frei ausüben, darf glauben, an wen und was er will. Aber diese Freiheit hört da auf, wo sie die Freiheit anderer Bürger*innen beschneidet.

Wir sollten Religion und Glauben endlich zu dem machen, was sie sind: Privatsache eines jeden einzelnen Bürgers. Mir ist es egal, was andere Menschen glauben, aber sie sollen mich mit ihrem Glauben in Ruhe lassen. Wenn sie für Ihren Glauben ein Kopftuch brauchen, eine Kippa, ein Kreuz oder was auch immer, dann sollen sie dies in den dafür vorgesehenen Gebetsräumen (Kirchen, Moscheen, Synagogen oder wie auch immer der Tempel heißen mag) oder in ihren privaten Räumen nutzen und ihren Glauben ausüben.


Wenn wir aber allein über ein Kopftuchverbot diskutieren, dann ist das in dieser Form ein Verstoß gegen Artikel 4 des Grundgesetzes.

Freitag, 10. November 2017

16.11.2017 - DiB Tisch in Kassel!

Politik. Anders. Machen.

Am 16.11.2017 findet der zweite DiB Tisch für Kassel und Nordhessen statt!
Wo? im "Holzwurm" auf dem Gelände der domaine Wehlheiden, Schönfelder Str. 41a, Kassel
    (Eingang über Tischbeinstraße, Hofeinfahrt neben dem ehem. Blumenhaus Bode)
Wann? 19.00 bis 21.00 Uhr

Was?
Eingeladen sind alle, die wissen wollen,
* wie eine Partei auch Bewegung sein kann
* weshalb man sich auch als Nicht-Mitglied gut und gerne einbringen kann
* warum Demokratie in Bewegung eine echte Alternative im Politikbetrieb ist
und
** Wir wagen einen Blick auf das Jahr 2018. Wahlen in Hessen.**

Informationen und Diskussion in einem entspannt-gemütlichen Ambiente bei flackerndem Kaminfeuer, wärmenden Süppchen und Getränken (für die wir um eine kleine Spende bitten).
Eine gute Gelegenheit zum Kennen lernen für Mitglieder und Interessenten/innen!

Unser Nordhessen-DiB findet übrigens jeden Monat einmal statt. Immer am dritten Donnerstag im Monat, immer von 19.00 bis 21.00 Uhr. Jedesmal mit einer kleinen Leckerei und neuesten Informationen.

Kontakt für Fragen oder weitere Informationen: Klaus Reichenbach, 0175-2235671 (Vorstand)


Über DEMOKRATIE IN BEWEGUNG

DEMOKRATIE IN BEWEGUNG (DiB) ist eine junge Partei, die im April 2017 in Berlin gegründet wurde. Die Mitglieder der Partei eint die Überzeugung, dass Politik transparent und offen gemacht werden muss. Damit alle Menschen mitdenken, mitgestalten und mitentscheiden können.
Ob Klimawandel, globale Migrations - und Fluchtbewegungen oder Digitalisierung – die großen Umbrüche der Gesellschaft können nur so zukunfts- und gemeinwohlorientiert gestaltet werden. Nicht nur alle paar Jahre an der Urne, sondern jeden Tag.
 
Mehr über DiB: Demokratie in Bewegung